Erarbeitete Ausblicke

Kurve um Kurve die Überlegung - "was kommt jetzt"? Steilstück oder Verschnaufpause? Der Gardasee meinte es gut mit meiner Form und lies Steilstück um Steilstück folgen. Tolle Touren mit Mountainbike und Klettersteigen haben meinen Urlaub zu einer idealen "Entspannungswoche mit Anspannung" gemacht...

14-August-2010

Die ersten Meter auf dem Mountainbike schmerzen in den Beinen. Gedanken daran, was mir noch bevor steht kommen in den Kopf. "Na da hab ich mir ja was vorgenommen..." Einige bergintensive Tage des "lockeren" Alternativtrainings liegen schon hinter mir und haben auch gleich ihre Spuren hinterlassen. Eine Klettersteigtour mit 600 Höhenmetern marschieren und weiteren 600HM auf dem mit Stahlseilen gesicherten Klettersteig hoch hinauf über den Gardasee. Jeder Meter bergauf muss aber auch wieder bergab bewältigt werden. Die schweren, stabilen Wanderschuhe leisten gute Arbeit beim Abfangen, lassen die Oberschenkel aber am nächsten Tag gleich zweimal schmerzen durch das lange konzentrische Abfangen bergab. Am Tag drauf gehts mit dem Mountainbike über "Pregasina" hoch zum "Paso Rochetta". Lange Steilpässe, unendlich wirkende Berganpassagen, die Kurve um Kurve nicht weniger werden. Zum Abschluss noch 30 Minuten Schieben bis der erste Teilerfolg mit einer klassischen Bergbrotzeit gefeiert werden kann. Der Ausblick lässt alle Anstrengung vergessen. Von dort weiter über schöne Abfahrten im aufkommenden Regen. Eine Wegfehlentscheidung und schon stehen eine Stunde bergab Schieben statt verdientes Bergabfahren an. Ein letzter Abstecher zum "Lago di Ledro". Kurz rein in den See, noch ein leckeres Stück Apfelkuchen mit echtem italienischen Cappuccino und schließlich doch eine schöne Abfahrt zurück zum Gardasee. Diese Tour in den Beinen gehts weiter zur nächsten Suche nach schönen Ausblicken. In Richtung "Monte Altissimo" 1400HM hochhinauf. Nach den ersten Höhenmetern haben sich die Beine an die Bewegung und die Belastung gewöhnt. Es macht Spaß vor der Kurve zu überlegen, was nach dieser kommt. Das nächste Steilstück oder doch ein kurzes Stück des Verschnaufens? Es kamen wenige Verschnaufpausen und trotzdem war es an jedem Serpentinenende spannend, was danach kam. Zweimal fuhr ich diese Tour. Beim ersten Mal im strömenden Regen mit eisigen Füßen. Da machte nichtmal die Abfahrt Spaß, denn weder Füße noch Hände konnte ich noch richtig spüren. Beim zweiten Mal wünschte ich mir den Wind, denn der Schweiß ran mir nur so von Stirn und Armen. Jeder Meter machte - zumindest im Nachhinein betrachtet - Spaß! Die Brotzeit auf dem Gipfel ist doch immer die schönste!
Eine Woche "Entspannung mit Anspannung" haben mir sehr gut getan und so startete ich nun in die Herbstvorbereitung. Fachpraktikum an der Sportmedizin der TU München und das Schreiben der Bachelorarbeit bestimmen neben dem Training den Tagesablauf. An diesen neuen Rhythmus muss ich mich aber erst noch gewöhnen...
 

Zuletzt aktualisiert: 14.08.2010 um 11:02 Uhr